Städtebauförderprogramm "Wachstum und nachhaltige Entwicklung - Nachhaltige Stadt"
Seit Juli 2021 ist Remagen mit dem römischen Kastell RIGOMAGVS offizieller Teil des UNESCO-Welterbes „Niedergermanischer Limes“. Um die damit verbundenen Ansprüche an die Vermittlung und Erlebbarmachung der historischen Funde zu erfüllen, wurde die Stadt Remagen im März 2021 vom Land Rheinland-Pfalz mit dem Bereich „Innenstadt / Historisches Dreieck / Rheinpromenade“ in das Städtebauförderprogramm „Wachstum und nachhaltige Entwicklung - Nachhaltige Stadt“ aufgenommen. Das Programm ist ein Förderinstrument, mit dem innerstädtische Bereiche oder auch Brachflächen mit besonderem städtebaulichem, wirtschaftlichem oder demografischem Erneuerungsbedarf entwickelt werden können. Bund und Land unterstützen auf diese Weise Städte und Gemeinden bei der Bewältigung struktureller Veränderungsprozesse.
Unter Beteiligung der Bürger*innen wurden 2022 und 2023 eine vorbereitenden Untersuchung nach §141 BauGB durchgeführt sowie ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) erstellt, die die Zielvorstellungen, Lösungsstrategien und planerischen Grundlagen für die im Fördergebiet durchzuführenden Maßnahmen darstellen. Dabei wurden unter anderem Maßnahmen des Klimaschutzes und solche zur Anpassung an den Klimawandel definiert, insbesondere durch Verbesserung der grünen Infrastruktur.
Die nachfolgende Karte zeigt das Untersuchungsgebiet wie auch die vom Stadtrat am 13.05.2024 beschlossene Abgrenzung des zukünftigen Sanierungs- und Programmgebietes für das Städtebauförderungsprogramm. Im Vergleich zum Untersuchungsgebiet wird das Sanierungsgebiet um den südwestlichen Teil der Unterführung Drususstraße -Leepfad erweitert. Die Querungsmöglichkeit soll gesamthaft und mit einer durchgängigen Gestaltungssprache aufgewertet werden, weshalb beide Eingangsbereiche mit einbezogen werden. Die Wohngebiete im östlichen Teil des Untersuchungsgebietes weisen im Vergleich zu anderen Teilbereichen des Untersuchungsgebietes kaum Missstände oder Mängel auf, weshalb diese Bereiche aus dem Sanierungsgebiet ausgenommen werden. Für die Brachfläche am Friedensmuseum gibt es bereits weit gediehene Planungen für eine (Nach-)Nutzung, weshalb für diesen Bereich ebenfalls keine Notwendigkeit besteht, ihn in ein Sanierungsgebiet mit einzubeziehen.
Städtebaulicher Handlungsbedarf wird insbesondere in der Sichtbarmachung des römischen Erbes im Stadtbild, bei der Steigerung der Attraktivität des Stadtraumes und der Anbindung zwischen Rheinpromenade und Innenstadt, sowie bei der Optimierung des innerörtlichen Verkehrs gesehen. Dadurch bietet sich die einmalige Chance, die Remagener Innenstadt umzugestalten, zu modernisieren und zukunftsfähiger aufzustellen. Das ISEK hat daher vier Handlungsfelder definiert, die jeweils einzelne Maßnahmen enthalten. Die identifizierten Handlungsfelder lauten "Tourismus und römisches Erbe", "Nachhaltigkeit und Mobilität", "Öffentlicher Raum, Grün- und Freiraum und Stadtklima" sowie "Städtebau und Stadtgestalt". Die im ISEK definierten Ziele und Maßnahmen sollen nach und nach im Zeitraum bis 2031 umgesetzt werden.
Bekanntmachung der vorbereitenden Untersuchung (§141 BauGB)
Dokumentation der Auftaktveranstaltung
Dokumentation der Bürgerwerkstatt
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept
Einzelmaßnahmen
Infozentrum "Niedergermanischer Limes"
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Als Hauptmaßnahme im Handlungsfeld "Tourismus und römisches Erbe" wurde der Neubau eines Informationszentrums "Niedergermanischer Limes" identifiziert. Dazu wurde in einem ersten Schritt Ende 2023 ein europaweites Wettbewerbsverfahren durchgeführt, bei dem aus über 180 Planungsteams aus 8 Ländern 25 Bewerber*innen in einem Losverfahren ausgewählt und zur Abgabe eines Wettbewerbsbeitrags eingeladen wurden. Aus den letztlich 23 eingereichten Beiträgen kürte das Preisgericht im Juni 2024 die Siegerentwürfe. Einstimmig zum Sieger des Wettbewerbs gewählt wurde der Beitrag des Planungsteams aus Robert Krawietz (Freier Architekt BDA DWB aus Wissembourg, Frankreich) und Till Binder (Freier Landschaftsarchitekt AKBW aus Karlsruhe). Das Modell des Siegerentwurfs kann im Römischen Museum (Kirchstraße 9) zu den Öffnungszeiten besichtigt werden.
Der viergeschossige Neubau grenzt unmittelbar an das ehemalige Kastell RIGOMAGVS und integriert die Reste der Kastellmauer in den Fassadenbereich. Die Besucher*innen erreichen durch ein großzügiges Foyer das zweigeschossige Vermittlungszentrum mit seinen Ausstellungsräumen und angegliederter Touristinformation. In den Obergeschossen finden sich Räume für Vermittlung, Verwaltung und für ein historisches Archiv. Die Fassade kombiniert geschosshohe Fensterflächen mit einer Schieferverkleidung im Dachbereich. Zum Einsatz kommen sollen moderne Anlagen zur Nutzung regenerativer Energien wie eine Photovoltaikanlage sowie Wärmepumpen, um einen sparsamen und nachhaltigen Betrieb des Gebäudes zu ermöglichen. Der Außenraum, der durch angenehme Teilräume über das neue Element des Baumhains gestaltet wird, lädt zum Verweilen ein und schafft einen angemessenen Auftakt für das neue Informations- und Vermittlungszentrum.
Das geförderte Projekt soll zeitnah zur Umsetzung kommen und unter Mitwirkung weiterer Fachplaner*innen als städtebaulich prägende Maßnahme realisiert werden. Derzeit wird der Gebäudeentwurf basierend auf dem Wettbewerbsbeitrag ausgearbeitet, um den Bauantrag sowie den Förderantrag für das Vorhaben stellen zu können. Die Fertigstellung ist für das Jahr 2027 vorgesehen.
Sicherheitskonzept
Ansprechpartner
Stadt Remagen
Fachbereich 2 - Bauliche Infrastruktur
Bauverwaltung
Peter Günther
02642 20147
Rathaus (Nebengebäude) , Bachstraße 5-7
53424 Remagen |
Stadt Remagen
Fachbereich 1 - Zentral- und Finanzverwaltung
Stadtmarketing, Tourismus und Kultur
Marc Bors
02642 20154
Rathaus (Nebengebäude) , Bachstraße 5-7
53424 Remagen |